Am Anfang jeder Festplatte befindet sich in aller Regel der Rigid Disk Block, der RDB einer Festplatte. In diesem RDB sind alle wichtigen Daten zur Festplatte und deren Partitionierung gespeichert: die Geometrie - also wieviele Zylinder, Sektoren und Köpfe eine Festplatte enthält -, der Anfang und das Ende jeder Partition, das verwendete Dateisystem und vieles weiter mehr. Dabei muss die im RDB gespeicherte Festplatten-Geometrie nicht unbedingt mit der physikalischen Geometrie der Festplatte übereinstimmen. Moderne Computer müssen von der physikalischen Geometrie der Festplatte nichts mehr wissen: Es interessiert lediglich, wie viele Sektoren die Festplatte hat. Daraus wird dann aus traditionellen Gründen eine geeignete Geometrie errechnet.

Auf diesen RDB folgen dann die Partitionen der Festplatten. Eine Partition enthält in der Regel Dateien und Verzeichnisse, die von einem Dateisystem verwaltet werden. Dieses befindet sich entweder im KickstartROM, wie beim FastFilesystem 40.1 für Kickstart 3.1. Beim FastFilesystem 45.x erledigt das SetPatch "AmigaOS ROM Update" von AmigaOS 3.5 und 3.9. Damit aber auch andere Dateisysteme als das im Kickstart ROM - auch das AmigaOS ROM Update muss erst mit diesem nachgeladen werden - verwendet werden können, kann man das Dateisystem auch im RDB speichern. Das ist obligatorisch mit 3rd-Party-Dateisystemen wie SmartFilesystem oder ProfessionalFileSystem. Es ist empfehlenswert beim FastFilesystem 45.x von AmigaOS 3.5 und 3.9, damit es schon beim Kaltstart zur Verfügung steht.

Nun kann einer dieser Bereiche durch einen Bedienungsfehler, eine fehlerhafte Software, einen Virus oder eben durch einen Hardware-Fehler beschädigt werden. Bei einem Hardware-Fehler sollte zunächst das Problem mit der Hardware behoben werden, bevor die Datenrettung beginnt. Mit einer Ausnahme: Geht die Festplatte selbst kaputt, gibt es meist nur noch eins: So viele Daten wie möglich retten und auf eine neue Festplatte kopieren. Warten Sie nicht! Versuchen Sie es nicht nochmal mit einer neuen Partition weiter hinten auf der Platte, machen Sie sofort ein Backup. In der Regel verschlimmern sich die Schäden an einer Festplatte: Die Platte erholt sich nicht mehr. Dann hilft nur noch ein Recovery-Service und das kann teuer werden.

Kaputte Festplatten machen sich durch häufige Checksummen-Fehler unter FastFilesystem bemerkbar oder dadurch, das Schreib- und Leseoperationen mehrfach durchgeführt werden. Die Platte versucht eine Information zu schreiben, dies klappt jedoch nicht, und dann wird es erneut versucht - das kann man mitunter sehr deutlich heraushören. Wenn die Platte anfängt zu Klackern oder zu Pfeifen oder sonstige ungewöhnliche Geräusche von sich gibt, ist Vorsicht geboten - entfernen Sie die Platte aus dem System.


Wesentliches:
Auch das Repair-Tool "RDB-Salv" weiss einiges über den RDB zu berichten

Allgemein gilt: Wenn auf einem System ohne Patches mit einem stabilen Dateisystem häufig Fehlermeldungen des Dateisystems oder der Gerätetreibers des Controllers auftauchen, dann deutet dies auf einen ardware-Fehler hin. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, die Verkabelung zu prüfen, die Jumper-Einstellungen auf den Platten sowie bei SCSI die Terminierung.