Datenrettung bei EIDE (ATA) Festplatten
Enhanced Integrated Disk Electronic
Die EIDE-Schnittstelle bezeichnet man auch als ATA-Schnittstelle (ATA
steht für Advanced Technology (AT) Attachment). Allerdings ist IDE
und ATA nicht dasselbe. IDE definiert den Anschluß der Laufwerke,
wie Pinbelegung, Stecker, Kabel und elektrische Signale. ATA definiert
das Protokoll, mit dem die Daten über die Leitungen (IDE) transportiert
werden.
EIDE unterstützt bis zu 4 Laufwerke und ermöglicht den Anschluß
von Festplatten, CD-ROM, CD-Brenner, DVD, Streamer und andere Wechselspeicherträger
(ATAPI).
Der auf den Mainboards zu findende '(E)IDE- Controller' ist eigentlich
nur ein recht primitiver Pegelwandler und weitgehend unintelligent.
Dies hat den Vorteil, daß die Elektronik sich auf der Festplatte
befindet und optimal auf die Hardware abgestimmt werden kann.
Solche Controller sind die preiswerteste Alternative, zur Ansteuerung
von Massenspeichern, da jede gängige EIDE-Schnittstelle über
einen Zwei-Kanal-Controller verfügt.
EIDE-Platten sind bedingt durch deren Technik nicht für den Dauerbetrieb vorgesehen. Sie sollten Ihnen immer wieder eine "Ruhepause" gönnen. Falls Sie Ihre EIDE-Festplatte trotz dieser Empfehlung ohne Unterbrechung benutzen, müssen Sie trotzdem nicht mit einem sofortigen Crash rechnen. Die durchschnittlichen Ausfallzeiten, die jeder Produzent für seine Festplatten angibt, legen nun einmal eine durchschnittliche Einsatzzeit zu Grunde. Wird die Festplatte darüber hinaus eingesetzt, so erhöht sich proportional dazu die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls.
IBM z.B.: empfiehlt bei seinen EIDE-Festplatten eine monatliche Nutzungsdauer
von 333 Stunden im Monat. Nutzen Sie die Platten innerhalb eines Monats
länger, so müssen Sie eben eine erhöhte Ausfall-Wahrscheinlichkeit
akzeptieren.
Versionen des ATA-Standards
ATA-1
Gleichzeitige Ansteuerung von max. zwei Festplatten mit bis zu 8,3 MB/s
(MB = Megabyte; 1 Megabyte = 1 000 KByte = 1 000 000 Bytes).
ATA-1 arbeitet asynchron. Verwendung finden mehrere PIO Modi (Programmed
I/O) und DMA (Direct Memory Access)
Varianten:
PIO Modus 0: 3,3 MB/s; PIO 1: 5,2 MB/s; PIO 2: 8,3 MB/s
Single Word DMA Modus 0: 2,1 MB/s, DMA single 1: 4,2 MB/s, DMA single
2: 8,3 MB/s
Multi Word DMA Modus 0: 4,2 MB/s
ATA, ATA-1 und IDE (Integrated Drive Electronics) entsprechen einander.
ATA-2
Die Steuer- und Datensignale können mit ATA-2 synchron übertragen
werden. Leistungsfähigkeit bis zu 16,6 MB/s. Neue übertragungsmodi:
Block transfers, Logical Block Addressing
PIO Modus 3: 11,1 MB/s; PIO 4: 16,6 MB/s
DMA Modus 1: 13,3 MB/s, Modus 2 (DMA 2): 16,6 MB/s (ab hier immer Multi
Word)
ATA-2 entspricht EIDE (Enhanced IDE)
Fast ATA umfasst ATA-2, PIO 3, DMA 1
Fast ATA-2 umfasst ATA-2, PIO 4, DMA 2
ATA-3
ATA-3 weist gegenüber seinem Vorgänger ATA-2 zwei neue Funktionen
auf: S.M.A.R.T und den sogenannten Security Mode. Leistungsfähigkeit
und übertragungsmodi haben sich gegenüber ATA-2 nicht verändert.
ATA - ATAPI-4
Mit ATA-4 werden CD-ROM Laufwerke und CD-Brenner beim Start ohne zusätzliche
Treiber erkannt. Leistungsfähigkeit: 33,3 MB/s. Es wird ein neuer
Modus namens Ultra DMA (UDMA) eingeführt. ATA-4 ist jedoch zu den
alten Modi PIO und DMA kompatibel.
Der Name wird um ATA Packet Interface erweitert, mit denen die SCSI-Kommandos zur Ansteuerung der Laufwerke in ATA-Kommandos verpackt wurden.
Ultra DMA mode 0: 16,7 MB/s; UDMA 1: 25,0 MB/s: UDMA 2: 33,3 MB/s.
Ultra ATA/33 ist eine verbreitete Abkürzung von ATA-4 mit UDMA 2.
ATA - ATAPI-5
ATA-5 enthält einen neuen Modus: Ultra DMA 4. Leistungsfähigkeit
66,6 MB/s, daher auch UDMA-66 genannt (UDMA 3: 44,4 MB/s). Für den
ATA-5-Standard ist ein spezielles 80-adriges Kabel erforderlich. Dieses
Kabel hat zwar weiterhin nur 40 Anschlusspins, allerdings befinden sich
40 zusätzliche Leitungen mit Masseanschluss jeweils zwischen den
Datenleitungen. Diese sollen elektromagnetische Interferenzen verringern,
die zu übertragungsfehlern führen können.
ATA - ATAPI-6
Mit ATA-6 und dem Modus Ultra-DMA-100 (UDMA 5) sind Datenraten bis 100
MB/s möglich. Daher findet sich hier auch oft die Bezeichnung ATA/100.
ATA/133 scheint bisher nicht Bestandteil eines offiziellen Standards zu sein.
Alle Versionen sind weitgehend abwärtskompatibel: neuere Festplatten
können damit auch an älteren Rechnern betrieben werden, ältere
Laufwerke auch an neueren Schnittstellen angeschlossen werden.
Bei einer Datenrettung können die gebräuchlichen Softwarelösungen mit den größten Erfolgsaussichten eingesetzt werden